Bei unserer geliebten Rockmusik gibt es Gott sei Dank keine Globalisierungsprobleme oder Berührungsängste mit anderen Ländern bzw. Kontinenten. So würde man nie vermuten, dass Black Majesty aus dem fernen Australien stammen. Ihr Zweitlingswerk klingt so, als wäre es in den üblichen Stahlmetropolen (Hamburg, London, Stockholm, Helsinki) aufgenommen worden. Aus den überwiegend schnellen Songs, sticht das John English-Cover „Six Ribbons“ mit seinen leicht folklorischen Einflüssen hervor. Die zwei Gitarristen führen die gute alte englische Schule (Smith, Murray, Tipton, Downing) erfolgreich fort, während Sänger John Cavaliere ohne Probleme aus der Seattle-Szene (vor der Grunge-Welle) kommen könnte. Geoff Tate darf man getrost als großen Einfluss des Australiers nennen. Die Schlagzeugarbeit wiederum erinnert von der Geschwindigkeit und Technik eher an die erfolgreiche Hamburger Szene (Helloween, Gamma Ray) aus den 80er Jahren. Die Australier haben ihre Hausaufgaben brav erfüllt und ein gutes Stück Melodic Metal abgeliefert. Allmählich müsste das Limb Label ihre besten „Pferde im Stall“ zu einem geilen Package zusammenführen und ausgedehnt auf Tournee schicken. Auch Judas Priest, Iron Maiden oder Saxon haben in den kleinsten Clubs ihre Weltkarriere begonnen.
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Stephan Zscherner
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