Silent Company Review
Metal Factuary

Klein aber fein, so kann man die Metalszene in Australien bezeichnen. Zwar finden nicht viele Bands aus Down Under den Weg zu uns in die kleine Schweiz, was dafür zu uns gelangt, kann sich immer sehen lassen. Black Majesty machen da keine Ausnahme und zelebrieren auch auf ihrem Zweitlingswerk melodischen Power Metal mit Hard Rock Schlagseite. Dabei ist der Albumtitel ein exemplarisches Paradoxon, lautet der doch "Silent company", was auf Black Majesty so gar nicht zutrifft. Zum Glück, denn sonst würde der Welt ein ansehnliches Stück Musik durch die Lappen gehen. Dabei stellt der Opener gerade eine der unspektakuläreren Nummern dar, handelt es sich bei "Dragon reborn" um eine schon zig Mal gehörte Melodic Metal Nummer. Der Titeltrack dagegen erinnert dann wieder mehr an Masterplan, nicht zuletzt durch die eher tief gehaltenen Stimme John Cavaliere's und den melodischen Gitarrenlicks. "Six ribbons" beginnt zuerst melancholisch, mit einem Touch Barock und einer Frauenstimme (Blackmore's Night lassen grüssen), steigert sich dann aber episch und fliesst verträumt dahin bis zum grossen Gitarrensolo. Überhaupt überzeugt die Gitarrenarbeit des Duos Steve Janevski und Hanny Mohamed (verantwortlich für die tiefen Töne bei Pegazus) auf ganzer Linie, seien es nun die eingängigen Riffs oder die mitreissenden Harmonien. Dass man Hammerfall auch in Schweden kennt, zeigt "Firestorm", ein typischer Teutonen-Stampfer, der durch die dezent durchschimmernden Keyboards mitunter wiederum an Masterplan denken lässt. Im progressiven "Darkned room" ist es vor allem Cavaliere, der mit dem versierten Einsatz seiner Stimme zu gefallen weiss. "Visionary" dagegen geht voll nach vorne los und das in einem überraschend hohen Tempo. Das grosse Finale schimpft sich "A better way to die" und ist mit seinen siebeneinhalb Minuten das längste und zugleich spannendste Stück, erinnert es doch zeitweise an Stratovarius in ihrer Frühphase, dann wieder an Thunderstone und am Schluss weckt es sogar noch Assoziationen mit Iced Earth, die durch das messerscharfe Riffing und die charakteristischen Screams erzeugt werden. Gut, man merkt, dass Black Majesty es immer noch nicht geschafft haben, einen eigenen Weg zu finden, was heisst, dass die fünf Aussis klauen wie die Raben, aber wen stört's, wenn dabei so eine Platte rauskommt, mit klasse Songs und einer klasse Produktion?

Kissi
Punkte: 8.6 von 10
 

 

8.6/10

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